Woche #3: Wonderstormfallgreenalgonquin
Claude 17. Juli 2008
Warten. Warten. Und noch ein wenig mehr warten… Die 3. Woche hier in Kanada begann mit einer schrägen Geduldsprobe! Sicher gegen 100 Menschen drängten sich am Montag morgen auf dem «Perron» der Streetcar-Station Bathurst, und es kam und kam einfach kein Streetcar… Warum? Habe ich nicht verstanden, der Streetcarfahrer murmelte nur etwas kurzes zu einer Frau weiter vorne. Später habe ich dann von Studenten gehört, eine Hochzeit habe die Strasse versperrt. Naja, wenns nur das ist…
Es ging aber chillig weiter, nach der Schule war ich mit Luki im «High Park», eine unglaublich grosse grüne Oase. Gestern habe ich übrigens gemerkt, dass der Park ja genau bis zu meiner nächstgelegenen Subway-Station reicht. Darum ist es jetzt mein Park… ;)
Nach dem Park bekam die Graffity Alley einen Besuch von uns. Die Geschichte über die komischen Gestalten, die sich in der Allee umhertreiben, und alle Bilder (heute aktualisiert!) finden sich in diesem Post.
Dienstag war ein ganz spezieller Tag… Als ich am Abend für den Ausgang das Haus verliess, liess der entfernte Regenvorhang (Bild) zwar allenfalls eine kurze Dusche vermuten, aber was es da vom Himmel regnete, genau als ich an der falschen Subway-Station ausgestiegen bin und in Korea-Town umherirrte, war nicht mehr normal. Mein Plan wäre eigentlich gewesen, mit Luki am Fringe-Festival (Torontos alljährliches Theaterfestival, das dieses Jahr 200 Jahre feiert) eine Impro-Show zu sehen. Mein «General English»-Lehrer hat uns das als Hausaufgaben gegeben, als Spass auf jeden Fall. Vielmehr hat er mit seinem leicht modifizierten Flyer (der Hauptschauspieler bekam einen Hitler-Schnauz verpasst…) bei jeder Gelegenheit Werbung gemacht. Auf jeden Fall stand ich in Korea-Town, wusste nicht in welchem der 32 Spielorte das Theater sein würde, und schon gar nicht, wo denn das richtige ist; der Informatiker geht also ins nächste Internetcafé und schlägt auf der Website alles nach – wenns denn so einfach wäre. Am Eingang des Cafés scheint die koreanische Jugendmafia zu herrschen und will einem «Stoff» andrehen, unten meint man in der Spielhölle zu sein, und an den paar Internet-PCs werden Pornos geschaut. Der Informatiker wählte dann doch den Rückzug…
Auf jeden Fall war an der Theaterstrasse, die ich über die Festival-Hotline aus einer gratis-Veranstaltungs-Zeitschrift dann doch noch gefunden habe, die Hölle los, man musste in den Strassen über Flüsse springen, sich von Autos schlimmer als in den Filmen anspritzen lassen, und dann noch kuriose Fotos machen von Wasserschächten, die zu 1,5m hohen Fontänen mutieren… (Es ging leider zu lang um die Kamera auszupacken, ich erwischte nur noch die halb so grosse Fontäne). Und die Schauspieler dieser Improv-Comedy-Show zauberten dann ein mehr oder weniger vollständig improvisiertes Comedy-Theater aus der Tasche — über das von den Zuschauern spontan gewünschte Thema «About a Rainstorm». Genial. Und — auf dem Heimweg entdeckt: Ein Supersize-CD-Store — der erste, in dem ich CDs meiner Lieblingsband fand (tatsächlich eine Kunst!).
Mittwoch — Boatparty again, diesmal mit wunderbarem Sonnenuntergang. Und Donnerstag: Die Vernichtung des 2-Tages-Passes fürs Wonderland! Diesmal mit Badehosen (jedoch dann doch nicht gebraucht :)) und nicht ganz so viel Menschen wie letztes Mal. So «mussten» wir halt einmal die leeren Plätze einer Bahn füllen und darum 5 mal hintereinander sitzen bleiben… Der Höhepunkt des Tages fand wohl 60 Meter über dem Boden statt: das verrückteste Gebilde im Wonderland ist nämlich eine Konstruktion, die bis zu 3 Personen gleichzeitig an Seilen auf die Höhepunkt-Höhe zieht und dann im freien Fall — und nur an den Seilen — fallen lässt! Man baumelt dann in einem Bogen vor und zurück. Kurz gesagt ist es einfach verrückt :)
Nun dürfte es schwierig sein, all diese Erlebnisse zu toppen, aber genau so sollte es noch kommen. Dave hat wirklich einen «good job» (hat jemand Hancock gesehen? ;)) geleistet — während ich im Wonderland umherflog, organisierte er unsere Teilnahme an einem Naturtrip mit Moose in den Algonquin Provincial Park. Und ja! es hat alles getoppt. Ein so liebevoll eingerichtetes Haus wie unsere Unterkunft «Madawaska» (im gleichnamigen Dorf) habe ich noch nie gesehen. Und nie habe ich in den 4 Wochen so gut und vielfältig gegessen wie da. Und noch nie war Lagerfeuer-Diskutieren so «andersch» und die Marshmallows so gut! Ach ja, und die Natur…die war «woonderbarscht», wie unser Linux-Lehrer sagen würde. Ask the pictures for confirmation ;) Hierzu werde ich sicher noch ein wenig mehr schreiben :)
Montag – Menschenmassen & Park
Dienstag – Regen & Boaah Mittwoch – Boatparty Donnerstag – Wonderland zum 2. Weekend – Naturtrip im Algonquinpark