Allgemeines

It’s over, dude!

Claude 25. Juli 2008

Gestern Abend war es erst, dass wir mit den beiden Frauen über so viel gesprochen haben und so viel gelacht haben. Sie waren 30 und haben das Leben entdeckt, und das behielten sie nicht einfach für sich. «Just enjoy your life, dude. Yours is the best age!». Sie konnten uns zwar nicht bei der Marshmallow-Suche helfen, aber sie waren cool… oder «f.. awsome», wie sie es gesagt hätten.

So ging die Zeit vorbei, wir schreiben den letzten Tag. Überall muss ich erzählen, dass mein Flieger mich heute zurückbringen wird. Aber ich hatte eine wunderbare Zeit. Viel Englisch gesprochen und gelernt, viel Grossstadtleben geschnuppert, viele Leute getroffen, und viel Natur erlebt. Ich kann wirklich sagen, da sind Träume in Erfüllung gegangen. Und: I enjoyed my life so far. And I’ll go on!

 

Good-bye Toronto!

Greeeen 2

Claude 25. Juli 2008

(Fortsetzung von Woche #4: 多倫多華埠)

Und so traf man sich am nächsten Tag für den Naturtrip wieder, as always ziemlich zu spät, und naja, das Geld musste ja auch noch kurz herausgelassen werden und das Backpackers-Hotel, bei dem der Treffpunkt war, wollte ebenfalls noch kurz gebucht werden. Chris hiess der Guide, der das diesmal verkraften musste, und er tat dies anscheinend recht gut. Als einer der wenigen besseren Schweiz-Kenner (er war diesen Frühling in Zürich/Winterthur) ist er sehr sympatisch auf uns beiden Schweizer und die anderen 2 Teilnehmer eingegangen. Beispielsweise schien für den Rest der Welt in unserer Diskussion über Nationaltiere das Murmeltier unbekannt zu sein. So bekam es kurzerhand den englischen Namen «Swozilla» und wurde als gefährlicher Nager eingestuft, der Menschen umbringt und darum die Schweizer immer mit dem Swiss Army Knife umherlaufen. Und ich werde in ein paar Jahren mit meiner «CCCM»-Restaurant-Kette («Claude’s Cookies and Chocolate Milk») der «Tim Hortons»-Kette harte Konkurrenz machen. Anscheinend habe ich die Leute mit meinem Cookies- und 2L/Tag Chocolate Milk-Konsum geschockt… Amy (*headshaking*): «I’ve never seen someone like youu….»

Diese Amy aus Mid-Wales und Seon Sil Bae («Schil») von Südkorea waren die anderen beiden Teilnehmer neben Lukas und mir; Amy war noch weniger verständlich als Adie aus Südenglang vom letztwöchigen Trip, und Sil, naja, völlig ohne Englischkenntnisse nach Toronto in die Sprachschule gereist und nun 2 Monate hier – ..mehr asiatisch als Englisch sprechend ;) Aber auf jeden Fall eine coole Truppe, und so wurde auch das Weekend wieder ein riesiges Erlebnis: Am Freitag starteten wir unsere Reise in die Jugendherberge «Esprit» in Fort Coulonge, mit verschiedenen «life changing» Stops unterwegs: Im «Big Apple» (Colborne, ON), wo man ziemlich genau alles aus Äpfeln bekommt… Apple Pies in diversen Varianten, Apple Chips, Caramel Apples usw. Und – ein riesiges Apfel-Gebäude: Eben der Big Apple. Es war natürlich Lebensverändernd. Ich liebte nun auch Apple Pies (und war scheinbar der erste, der einen ganzen Apple Pie aufs Mal ass). Übrigens, apropos gefährlichen Swozillas: Der Big Apple-Gründer muss besessen gewesen sein von «Monty Python and the Holy Grail» – zahlreiche Warnschilder warnen vor gefährlichen, tödlich beissenden Kaninchen!

Der nächste Stop wurde als grooosse Überraschung angekündigt – of course life changing as well. Und das wars auch: Wir konnten vor dem «Home Hardware» in Napanee ein Gruppenfoto machen. Das spannende daran? DAS WAR DER ERSTE ARBEITSORT VON AVRIL LAVIGNE!!! Wow… Da war der 3. Stop in der grossartigen Natur des kleinen «Bon Echo Provincial Parks» nichts dagegen ;)

Angekommen konnten wir die Jugendherberge bewundern, das Zimmer beschlagnahmen und uns Kayaks schnappen – und auf die Doppelpaddels warten. Auf jeden Fall konnten wir auf dem scheinbaren See (es war der Ottawa River!) wunderbar hinundherkayaken und vereinzelt ungewollte Kreischen drehen… ;)

Am Samstag gings dann richtig los. Der Trip nannte sich nicht nur Natur-Trip, der Haupttitel war «Adventure Trip» und beinhaltete als Haupt-Aktion Riverrafting auf dem Ottawa-River. Nach dem prächtigen kanadischen Z’Morgenbuffet gings mit den ungefähr 100 anderen Teilnehmern in den 3 ehemaligen Schulbussen (knallgelb natürlich :)) mit je 4 Schlauchbooten an die Einstiegsstelle. Es gab Instruktionen des aufgeweckten argentinischen Guide, der es schaffte durch den ganzen Bus gehört zu werden. Er instruierte uns, was man zu tun hat, falls man aus dem Boot fällt, was die 4 goldenen Regeln des Riverraftings sind, und schlussendlich was wir beim nachher erhaltenen Vertrag ankreuzen und abschreiben mussten, damit dann jaa überhaupt keine Möglichkeit mehr besteht, die Riverrafting-Firma anzuklagen.

Das Rafting war dann aber grossartig, mit 8 Teilnehmern und einem Guide (Lucy, die kleine, unauffälligere Frau, die es sich zum Job gemacht hat den ganzen Tag Ruderbefehle an ihr Team zu schreien…) im Boot gingen wir auf dem riesigen Ottawa River durch die verschiedensten Hinernisse und Stromschnellen («rapids»). Der sogenannte Channel, also Flusslauf, den wir hinunterpaddelten, hatte schon normale Flussgrösse. Es hiess dann aber, er habe gerade mal 15% der Wassermasse des Ottawa Rivers. Wow. Nach dem Lunch noch einen zweiten Channel, diesmal hatte er 25% des gesamten Flussvolumenstroms. Einmalige Sache: Der 5 Meter Wasserfall (abgestuft ;)), die «Kolosseum»-Wellen, die grosse Rafts senkrecht stellten, und eine unglaublich kraftvoll schreiende Lucy hinten im Boot — «Go doooown and hold ooon!»…

Trotz Sonnenbrand und Chris’ Schwur, dass wir nach dem Rafting nichts anderes mehr als chillen wollen, hatten wir nachher noch Lust auf eine Runde Kayaking im — jaa — Ottawa River. Aber das beste am Samstag: Der Sonnenuntergang. Jetzt weiss ich, wo die unglaublichen Sonnenuntergang-Fotos immer herkommen ;)

Sonntag war auch schon wieder Abreisetag, es ging nochmals bei verschiedenen Attraktionen vorbei, so hatte ich zum Beispiel ein déjà vu, als wir wieder im «Algonquin Park Visitors Centre» oder bei dem einen Wasserfall standen. Übrigens jede Attraktion natürlich wieder neu «life changing» (ob zum Guten oder Bösen, lassen wir Luki entscheiden ;)). Und: «Algonquin Park. It’ yours to discover!»..Was haben wir doch gelacht über diesen running Gag aus dem märchenhaft schööönen ;) Film im Visitors Centre…

Aber auf jeden Fall wurde eines klar auf dem Trip: Da muss ich wieder hin! Am besten für 2 Monate, einzig mit Kayak, Zelt und ein wenig Essen. Und ein paar der 15′000km Kanurouten abpaddeln. Kanada, du wirst mich nicht los!

Woche #4: 多倫多華埠

Claude 23. Juli 2008

多倫多華埠? Ja! «Chinatown»… Da gebe es 2 Kanada-Flaggen für 1$. OK, die Flagge war dann 12$ (eine…), dafür war alles andere im 2er-Pack für 1$ erhältlich. Zum Beispiel die Styropor-Flieger zum zusammenstecken, mit denen ich als kleiner Pfudi für teures Geld meine Träume verwirklicht habe. Oder der kleine Laser-Pointer für $1.25, der wie erwartet nicht funktionierte (dafür unheimlich schön heiss wird. Komisch? ;)). Dave wollte aber auf jeden Fall sein Geld nicht zurück (komisch? …;)), er hatte genug Freude an den Fliegern. Chinatown war aber auch sonst sehr unterhaltsam, ausser für den Crash eines Streetcars mit einem Auto musste die Polizei auch einen anderen Einsatz leisten. Schneller als im Krimi ;) fuhren sie die Strasse herauf und spurteten aus dem Wagen um genau auf unserer Höhe in der Mitte der Strasse bei der Streetcar-Station einen Mann spektakulär festzunehmen. Auf jeden Fall hatte ich meine (riesige…) Flagge, und es ging zum Hauptteil des Mittwoch-Abends. Es war ein Konzert in einer Bar, die «Vorgruppe» (bzw. die junge, alternative Sängerin und Gitarrenspielerin) erschien mir schon super und so wunderte ich mich nicht schlecht, als dann noch der Main-Act kam..Eine Art humorloser Elvis Presley mit weiblicher Begleitung. Auf jeden Fall hätte ich ihn dann beim Händeschütteln gerne gefragt, wie die Vorgruppe denn schon wieder geheissen habe xD (Mittlerweile haben wir es sogar anhand der Demo-CD, die wir als Werbegeschenk nach dem Konzert bekamen, herausgefunden und werden auch die damit umworbene Plattentaufe am Mittwoch schauen gehen)…

Was passierte aber vor diesem besagten Mittwochabend in der auch schon vierten und eigentlich offiziell letzten Woche? Also Montag weiss ich gerade nicht mehr, Dienstag war aber dafür cool mit einem kanadischen Kinobesuch: Will Smiths neuer Film «Hancock» aus der ersten Reihe..hautnah also…! Apropos Kino: Das Animations-Meisterwerk Wall-E von den Pixar Animation Studios und der neue Batman («The Dark Knight») seien ziemlich genial. Was in der Schweiz in einem respektive 2 Monaten anläuft, hat Dave hier nämlich schon gesehen.

Der Donnerstag war schon ein erster Abschied von Toronto. Ich hatte fürs Weekend (ab Freitag) erneut einen Ausflug in die Natur geplant und somit räumte ich am Donnerstag mein Zimmer komplett und verstaute den grossen Koffer im scheinbar ungenutzten Teil des Erdgeschosses. Und, es bedeutete ebenfalls, Abschied zu nehmen von der Schule. Die 多倫多華埠-Flagge wurde in den verschiedensten Sprachen signiert und die Klassenfotos geschossen. Good-bye EF, good-bye classmates, good-bye teachers. Schön und lehrreich wars!

 

Wie schon letzte Woche verdient der Trip einen Extra-Post, darum hier einfach noch die paar Bilder zur letzten Woche.

Breaking News: Flug verpasst!

Claude 21. Juli 2008

Lange war es ungewiss, nun ist es (seit mitte letzter Woche) klar: Ich kann noch eine Woche länger hier bleiben (ohne Schule) und sitze deshalb nun gerade im «Global Village Backpackers» bis ich dann am Freitag definitiv schon wieder abfliegen werde. In diesem Sinne also ist mein regulärer Flug schon lange in Zürich gelandet und flog ohne mich — dafür wartet aber am Freitag eine andere Maschine auf mich… ;)

Greeeen

Claude 21. Juli 2008

Träume sind zum träumen da — und manchmal, wenn man Glück hat, auch zum erfüllen. Ich hatte Glück, und durfte mit dem Travel Network «Moose» («Elch») vor einer Woche und auch diese Woche das Wochenende im grünen Kanada verbringen. Und die Träume von vor dem Kanada-Trip blieben wirklich nicht nur Träume. Was man hier sehen kann, muss man am besten einfach selbst erleben.

Mal abgesehen vom verschlafen und schnell-packen, Taxi-rufen und zum Treffpunkt stressen, begann das Weekend ja eigentlich gemütlich. Brian hiess der Guide, der uns ganz gut mit dem Moose-Bus (13-Plätzer oder so) durch die Highways von Toronto und dann ins Grüne fuhr. Er war nicht zu schlagen in Menschlich- und Gemütlichkeit, und seine Stimme weckte uns immer zuverlässig angenehm. Auch die Teilnehmer waren richtig cool, wenn sie denn mal nicht am schlafen waren ;) Adie (der Bärenkämpfer ;)) von Grossbritannien, 2 waschechte Mallorcanerinnen, und ein Türke und eine unübertreffbare Türkin und der halbjapanische «Iu-kii» aus Deutschland. Und Dave und ich. Die beiden Insel-Nixen redeten immer Spanisch — ach, nein.. Katalanisch, wie sie insistierten — und gingen tatsächlich bei keiner der 3?, 4? Badegelegenheiten ins Wasser… Warum, werden wir wohl nie erfahren (doch das trübe, oder noch eher kalte Wasser? Nein, muss das nasse Wasser gewesen sein!), und so sollte auch Adies letzter Wunsch (bevor er verschollen sein wird ;)), die beiden im Bikini zu sehen, nicht in Erfüllung gehen. Und der Türke hatte mit seiner Kollegin (oder so… die beiden hatten sich zu Beginn beide betont als Single vorgestellt…) eine perfekte Dolmetscherin und hat so während dem ganzen Weekend wohl etwa 1 Satz Englisch geredet, nämlich dass er eben nicht so gut Englisch kann.

Eine lustige Truppe also, und die Lustigkeit ging auch überhaupt nicht verloren. Einmal in Madawaska (die Moose-Unterkunft im gleichnamigen Dorf) angekommen, sollte es gleich mal ins Wasser gehen (welche Personen ausgenommen sind, dürfte klar sein). Der See sei nicht zu verfehlen. Wenn wir downtown sind, gehe es einfach links. «Downtown» heisst in Madawaska: beim Tankstellenshop am Highway, und das «links» endete eigentlich bei der Dorfsbibliothek (mit gratis WLAN!!!), aber moosig wie wir waren, fanden wir durch das kanadische Dickicht dann auch da den See (und eine wunderschöne…Teer-Abfall-Bucht). Um die Ecke schwimmend sahen wir aber schlussendlich auch noch den Platz, an dem wir hätten sein sollen…

Brian und Brian (der gitarrenspielende und der besser gitarrenspielende, oder mehr: der grosse und der kleine, aber eigentlich: der Trip-Guide und der Unterkunftbetreuer) und eine weitere Unterkunftwartin zauberten (nach dem genialen, alles in Kanada gegessene schlagenden Essen) ein geniales Lagerfeuer und eine Marshmallow-Brätel-Fabrik neben das Haus, und so verging ein «Abend des vollen Bauches»… Der Bauch bekam bei dem Zmorgen am anderen Tag aber ebensowenig eine Pause, die Pancakes waren nämlich Toastsandwich-dick und teller- und magenfüllend…

So liess es sich dann sehr gut auf eine herrliche Kanufahrt auf dem nächsten See gehen, die vorbei an den Bilderbuchwäldern und dem Bilderbuchschilf in ein Bilderbuchflüsschen überging, zu Bilderbuchufern und einem Bilderbuchwasserfall. Am besten sprechen da einfach die Bilder davon, oder eben ein eigener Besuch ;) Auf jeden Fall endete die Fahrt beim letzten Bilderbuch-Ding, dem Wasserfall, in dessen unteren Teil es zur unerwartesten Aktion des Tages kam: Auf einem Gummischlauch den unteren Teil hinunterrutschen! …die Bilder sagens ;) Auf jeden Fall ging Adie einmal absichtlich, das erste Mal aber unabsichtlich auf seinem Hintern anstatt dem Ring hinunter, und Iuki tat es ihm (ebenfalls unabsichtlich) gleich…

Am Nachmittag ging es in den Algonquin Provincial Park, wo wir im Visitor Centre einen 12minütigen Film über die Geschichte des Parkes und eine sehr schön gestaltete Tierausstellung anschauen konnten. Kurz darauf war da aber ca. 100 Meter entfernt vom Highway — und 50 Zuschauern — auch noch ein nicht ausgestopfter Moose zu sehen. Thanks to Dave gibt’s davon auch noch ein Telezoom-Foto… Schlussendlich dann noch ein kurzer Hike zu einem Aussichtspunkt, von dem ich (stolzerweise) für einmal nur 3 Fotos machte.

Abends — man glaubt es nicht ;) — ein even more delicous Marshmallow-roasting mit Brians und Brians Geheimrezept (Jungschi-Leutz dürfen sich freuen!). Und mit Verstärkung beim Essen — eine zweite Moose-«gruppe» mit nur noch einer einzigen Teilnehmerin fand sich ebenfalls im Haus ein. Achja, das Haus ist übrigens so etwas von liebevoll — eine geniale «Stube» mit modernem Plattenspieler und jeglichen 60er-Schallplatten (ich weiss nun dank Brian sogar, wie man die Dinger abspielt ;)), einer hauseigenen Bar und unzähligen Spielsachen vor dem Haus: zum Beispiel einem Basket-, Fuss-, Volley-, Rugby- und Baseball-Ball, sowie unsere Base-Kissen für das improvisierte Baseball-Game mit türkisch-irisch-schweizerischen Regeln sowie Ball-im-hohen-Gras-suchen und dementsprechend vielen Homeruns…

Am Sonntag nahmen wir dann schon am Morgen Abschied von Madawaska und Adie, der am Morgen schonmal alle Passwörter vom PC löschte und den Facebook-Status auf «tot» setzte, um dann einzig mit Kanu, Zelt und Kochzeug allein und ohne Plan auf einen 2-Tages-Trip ins Wilde ging. Er scheint also zurückgekommen sein, nach ersten Mailkonversationen hat er auch keine Bären, sondern lediglich einen Frosch im Zelt und eine Schlange angetroffen, und so dürfen wir nun auf Facebook seine Freunde sein…

Auf viel Busfahren, eine perfekte Unterkunft und perfektes Essen, und eine vollkommene Natur auf der Kanufahrt dürfen wir nun zurückschauen — Es war laut Dave lohnenswerter als alle anderen Trips wie French Canada und sogar New York. Und ich stimme zu…uund träume mal weiter ;)

«Do you know who did that?»

Claude 14. Juli 2008

Zuerst entdeckt habe ich es in einer Gratis-Wochenzeitschrift, dachte mir, ich könnte ja mal die Beschreibung des Standortes notieren, und wunderte mich ab und an darüber, wo es jetzt sein könnte. Und dann zeigt Julia eines Tages auf ein Graffity an der Portland Street, ein paar Meter nur von der Schule entfernt (ich hätte schwören können, da sei vorher keines gewesen ;)). Sie wollte es fotografieren, und ich solle ihr kurz zeigen, wie am besten. Als wir um die nächste Ecke gingen und da schon wieder ein Graffity war, wurde ich stutzig und las die Beschreibung, die ich mir notiert hatte, nochmals durch. Tatsächlich, südlich der Queen Street, auf der wir gerade waren, muss es sein… Auf der Parallelstrasse… Ich ging kurz die kleine Gasse nach hinten, um diese Querstrasse zu sehen (an deren Eingang übrigens das erste Graffity war). Und da war es tatsächlich: Die angeblich längste «Openair-Galerie» der Welt — Eine Strasse lang Graffity an Graffity…

Die Bilder sprechen schon sehr viel für sich, aber ein paar Eindrücke muss ich trotzdem noch niederschreiben… In dieser Gasse herrschte nämlich einfach eine andere Welt. Es war nicht mehr das menschenvolle, freundliche Toronto; es war vielmehr eine verlassene, gehasste Hinterhofgasse, die entweder mit «Tags» gebrandmarkt wurde, oder dann mit einem wundervollen, teils geisterhaften Graffity zum eigenen Reich gemacht wurde.

Trifft man mal Menschen an, passt man doch lieber auf, nicht allzu sehr wie ein Tourist 4 Wände pro Sekunde abzufotografieren. Die meisten, die hierdrin etwas verloren haben, haben einen Bezug zu den Kunstwerken. Da die Szene äusserst energisch zwischen «real» und «unreal», also richtigen Sprayern und «Möchtegern»-Kennern, unterscheidet, wird man sehr schnell hinausgewimmelt, sobald man mit Kamera oder sonst irgendwie touristisch umherläuft. Und hierfür hat jeder seine eigenen Methoden: Da war zum Beispiel ein Ladenbesitzer, der uns durch den Hinterhof gesehen hat und uns mit einem eher kalten Lächeln fragte: «Do you know who did all that?!», um dann nach unserem «no» sehr gereizt zu befehlen, ruhig weiter zu machen. Die 2 «Gangsters», die vorne an der zivilisierten Queen Street vorbeigingen und uns per Zufall durch eine Verbindungsgasse gesehen hatten, gingen einen ziemlich anderen Weg. Der eine blieb an der Hausecke vorne stehen, um mit dem anderen scheinweise weiterzureden, während dieser ganz langsam aber betont rückwärts hinter unsere Rücken schlenderte und überlegen zu uns hinüberblickte. Recht angenehm… ;)

Die Gasse selber war aber grossartig. So viel Kontrast zum übrigen Toronto — eine selbstverwaltete Gegend mit den eigenen Gesetzen…ein Abbild des echten Lebens von vielen in diesem Quartier und ganz Toronto.

Woche #1: I don’t English!

Claude 11. Juli 2008

 Woche 1? Noobig umherlaufen? Vielleicht ja, aber dabei sieht man in Toronto mehr als man denken mag! Genau so war es am ersten Tag: Ankommen bei der Family, das Zimmer “beziehen” (Koffer reinstellen), und dann gleich mit dem Sohn der Familie den Euro-Match fertig schauen. Danach gings auch gleich ins Herz Torontos. Mariano nahm micht mit zur Subway-Station «Dundas», und was man sieht, wenn man aus dieser Station herauskommt, müsstet ihr eigentlich einfach selber erleben! Ein (zu dem was noch kommen sollte ein vergleichsweise kleines) «Wow…» entwich mir: Ich stand mitten im Eaton Center, einem unvorstellbaren Einkaufszentrum, auf 4 Stockwerken und mit ungefähr 330 Läden. Und das Ganze unter einem riesigen Glasdach. Wow…

Nach einigem umhertrampen in diesem Shoppingparadies gings dann mal richtig in die Strassen Torontos. 3 Schritte und dann «Wow». Menschenmassen am Boden, Wolkenkratzerspitzen am Himmel, das war so etwa was sich bot. Ein Bürokomplex schöner als der andere, dann die Toronto City Hall: das futuristische Trio eines zweiteiligen Büro-Halbkreis und einer Halle in der Mitte. Später dann die Bay Street mit noch mehr Hochhäusern (Claude: «Wow… And what — …WOW!»), diese Bay Street läuft dann zur Harbourfront, dem Hafen. Dann erstmals den Ontario-See vor Augen, und der erste Gedanke: «Hmm. Der ist ja klein?» — es sollte sich dann noch herausstellen, dass das, was ich als anderes Ufer deutete, die «kleine» Insel vor Toronto ist, und der See — jaa der ist tatsächlich gross. Natürlich keine Chance, das andere Ufer zu sehen ;) Auch nicht vom CN-Tower und schon gar nicht von der Insel, zu der ich dann mit der Fähre von Harbourfront aus auch gleich hinübertuckerte. Somit war ich dann auch schon am ersten Tag Downtown an den lebendigsten Strassen und auf der Insel auf den ruhigsten paar Quadratmetern Torontos.

Sonntag, 2. Tag und immer noch noobig umherlaufen? Ja, aber diesmal mit Kamera — also noobig und zusätzlich noch touristisch. Und man traf zusätzlich die Homies und den Hostfamily-Sohn Miguel am Abend noch richtig an.

Der Rest der Woche war seehr lebendig, das Stadtleben pendelte sich ein mit immer ungefähr demselben Rhythmus: Schule – downtown bleiben (1. Teil Ausgang) – im Zentrum etwas zu Essen suchen – 2. Teil Ausgang – (spät nach Hause kommen) – und dann allenfalls noch etwas zu Hause Essen oder Trinken und einige Familienmitglieder oder (häufiger) die anderen Studenten antreffen. Als Aktivitäten gab es wie gesagt sehr viel: Montag «downtown trekking» (= endless walking…) und schon einmal CN-Tower bei Nacht mit den Informatikern (Michael Meyer und Sandro Strub). Dienstag dann schon etwas noch verrückteres: Ich sass vor der angeblich weltgrössten Bildschirmfläche, die im umwerfenden Stadion der Toronto Blue Jays und der Toronto Argonauts eingebaut ist. Ich ging tatsächlich ein Baseball-Game schauen, die genannten Toronto Blue Jays spielten gegen die Cincinnati Reds und gewannen hochaus. In einem zweidrittel leeren 55′000-Plätze-Stadion… Aber es war grossartig, mit dem majestätischen CN-Tower direkt nebenan. Mittwoch und Donnerstag? Ehrlichgesagt nicht mehr viel Ahnung, was ich da gemacht habe. Aber Freitag, Freitag war wunderschön. Ich sass auf der Insel und schoss die Fotos, die ihr hier schon gesehen haben mögt. Von Samstag bis Dienstag (Canada-Day! :)) war ich auf dem Ausflug ins französisch sprechende Kanada, was auch sehr grossartig und schonmal eine willkommene Abwechslung war. Auch diese Bilder gibts hier schon online (mindestens den Part bis Sonntag…).

Ansonsten? Die Schule ist gestartet, die Englisch-Konversationen sind angelaufen – wobei Julia, die Russin mit koreanischen Wurzeln, letzte Woche das Stichwort dazu richtig gut traf, als sie probierte einen Bettler abzuwimmeln: «I DON’T ENGLISH!…» (I level 6, but spicking? Diffikult!) :) Nein nein, es ging das meiste sehr gut, lediglich die Verkäufer reden auch nach Woche 3 noch zu schnell und zu undeutlich für meine scheinbar Berner Ohren ;)

Aber natürlich ist das, was aus der ersten Woche am meisten blieb, schon fast Gewohnheit geworden: Kanada, Toronto im speziellen und auch allgemein das Grossstadtleben, all das hat seine ganz speziellen Eigenschaften und schuf soo viele neue Eindrücke und Erfahrungen. Dazu bald mehr!

Woche #1: Flughafen

Claude 7. Juli 2008

Die Zeit verfliegt hier unglaublich, darum gabs am Sonntag einen offiziellen Chill-out-Tag um alles nachzuholen, was unterging in der Zeit bis jetzt. Zum Beispiel einen Erlebnis-Bericht über die erste Woche zu schreiben — nach nun auch schon 2 Wochen… ;)

Die erste Woche in Toronto begann schon am Flughafen aufregend. Nach der Tageswanderung durch das Terminal muss man wissen, ob man weiterfliegt oder dableibt und gelingt dann in unterschiedliche Passkontrollen-Reihen wo man mal zum ersten Mal gefragt wird, was man in Kanada tun will, von da wird man dann entweder durchgewunken oder zur Immigrations-Zone verwiesen, in der Immigrationszone wird man dann noch einmal genauer gefragt, was man hier tut und bekommt dann, wenn auch alle Unterlagen belegen was man sagt, endlich den Kanada-Einreise-Stempel. Nun kann man zu seinem Gepäck, sprich: zum Stromkabel, gehen — wenn einem denn gesagt würde, auf welchem der 13 Gepäck-Förderbänder das seinige kommt… Doch der Herr am Schalter hat das schnell herausgefunden und so habe ich dann nach der 3. gepackten Koffer (…) schon die richtige in der Hand gehalten. Nun kann ja nichts mehr schief gehen, ich muss ja nur noch auf die Person von EF (der Sprachschule) warten, die mich hier abholen kommt. Hier? Hier hiess bei mir zuerst «am Flughafen — wahrscheinlich hier: in Gepäckabholhalle halt nämlich…wo denn sonst?». Leider kam auch nach 20 Minuten niemand mit einem EF-Schild in die Gepäckabholhalle. Der Herr am Schalter wusste zwar nichts von einer EF-Person, aber als er wiederholt auf die grosse Exit-Tafel gegenüber zeigte, fiel mir dann langsam ein, wie man eigentlich am Flughafen Leute abholt. Jaaaa, genau..Da gibt’s auch noch eine Halle ausserhalb der Gepäckabholhalle. Die Leute mit Schildern, die da nach wohl ebenfalls mindestens 20minütigem Warten ihre Studenten-Schäfchen sammeln sollten, hatten aber alles andere als EF-Schilder. So blieb dem EF-Studenten nichts anderes übrig, als vorsichtig nochmals alle Schilder zu studieren (haben sie vielleicht das Logo geändert?!), dann den Info-Schalter suchen und die Frau da vollzuquatschen, schlussendlich das Telefon zu nehmen und die EF-Nummer aus den Unterlagen anzurufen. Jaa, sie würden jemanden senden. Nach 20 weiteren Minuten war da auch tatsächlich jemand mit EF-Schild am umherirren. Die indisch aussende Frau entschuldigte sich dann für die Verspätung, führte mich nach draussen zu den Taxis, gab dem nächsten indischen Taxifahrer meine Hostfamily-Adresse und verabschiedete sich von mir auch schon wieder. Jaa, um eine Stunde warten zu können, 3 Schritte aus der Exithalle geführt zu werden, und dem Taxifahrer dann immer noch das Trinkgeld zahlen zu müssen zahlt man bei EF 120(?) Fr. :)

Wie es dann nach dem Flughafen weiterging, ist im nächsten Post zu lesen…

Weekend #2

Claude 28. Juni 2008

Ich darf schon fast das Weekend Nummer 2 zählen, das andere war ich ja halbwegs auch schon da..Aber diesmal wir der Zeitplan eng! So spontan wie wir sind, haben wir heute Tickets gekauft, und zwar für einen vollen 4-Tages-Tripp in den französisch sprechenden Teil von Kanada. Das heisst ich bin morgen Samstag um 7.15 in einem Car und wir werden, nun da ich ja Französisch abgeschlossen hätte, nochmals die French-Künste hervornehmen und eine wahrscheinlich aufregende Zeit da verbringen. Das heisst natürlich auch, dass ich am Montag meine ersten Absenzprozente bekommen werde (mind. 80% muss man anwesend sein. Absenzen kann man sich somit selber aufteilen), und am Dienstag, am 1. Juli und somit Canada-Day, nicht in Toronto sein werde. Aber die französisch sprechenden Kanadier seien auch keine Partymuffel. Darum lassen wir uns mal überraschen :)

Begonnen habe ich das Weekend schon sehr intensiv: Ich war den heutigen Freitagabend lang auf der Insel vor Toronto mit dem Fotografieren der Skyline beschäftigt… ;) Hier ein paar Resultate, die relativ ruckzuck aus der Kamera kommen… Einfach ein dankbares Motiv! :)

Jaa, zu guter Letzt bedeutet der Trip natürlich auch, dass ich wohl nicht oder nur sehr kurz zum posten komme… Ich wünsche daher schonmal ein schönes Weekend!

Schulbank

Claude 28. Juni 2008

Man kann Schule übrigens auch mögen. Hab ich hier herausgefunden ;) Der erste Schultag startete eh friedlich. Alle neuen Studenten wurden zuerst mal in die Chilllounge (Aufenthaltsraum) geschickt, wo wir auf Steve, den Schuldirektor warten mussten. Dieser wiederum wartete noch auf 2 oder 3 verspätete Studenten, die dann aber erst im Laufe des Tages eingetrudelt kamen, wie sich noch zeigen sollte. Nach einer Begrüssung wurden wir in ein seehr kleines Zimmer gesteckt, weil die Schule gerade vor 2 Wochen in dieses Gebäude umgezogen ist und der grosse Raum noch gestrichen wurde. Es sei ja nur für den (ganzen…) morgen, hätten wir beruhigt werden sollen. Auf jeden Fall sind durch eine kleine 2ergruppenvorstellungsrunde schon ein wenig in Kontakt gekommen, danach schrieben wir dann den Einstufungstest. Und Schwupps, um 4 p.m. mussten wir wieder zurück sein, und da war ich dann auch schon mit dem Schicksal konfrontiert, einen guten Test geschrieben zu haben und anscheinend ins Level 6 (Pre-Advanced, das zweithöchste der Schule :S) zu gehören. Da ich mich ja für den Intensivkurs angemeldet habe, sah dann auch mein Stundenplan ein wenig anders aus als zum Beispiel derjenige der beiden anderen Schweizer Informatiker: Sie können es mit Basiskursen in Level 3 und 4, und glücklicherweise nie am Morgen Schule, ein wenig chilliger angehen.
Der Schulunterricht besteht aus vielen «General English»-Stunden (ich rede jetzt jeweils von 80-Minuten-Blöcken, also 2 Lektionen), 2 selbständigen ILab-Stunden, 2×2 SPIN-Fächer und eine «Lecture-Class»: General English hat man in general immer beim gleichen Lehrer, ich zum Beispiel bei Ken, und es werden ganz unterschiedliche bzw. alle Dinge behandelt. Dann sind die beiden ILab-Stunden: ILab nennt sich das Online-Learning-System der Sprachschule. Wir müssen uns nun immer 2 Stunden irgendwo im Stundenplan reservieren, um diese 2 ILab-Stunden selbständig durchzuziehen. Und SPIN? ..Steht für «Special Interests», das sind 2 Fächer, die wir am ersten Tag wählen konnten. Für mich heisst das zwei Stunden «Writing» bei Lisa und 2 Stunden «High Vocabulary» bei XXXXX. Dann ist da noch die Lecture-Lektion, die theoretisch optional und darum weniger besucht ist. Die Stunde hat das Ziel, spielend und spassig einige Vokabeln oder andere spezielle Sprachkonstrukte anzuschauen. Das haben wir gemacht letztes mal, indem wir viele Verben und Adjektive mit dem Suffix -ate vorgesetzt bekamen, die aus einem australischen Song stammen.
Ja und wie ist er, der Unterricht? Wie gesagt, es könnte da einem sogar gefallen! Vielleicht wenn da nicht die Hausaufgaben wären… ;) Die (meine) Lehrer sind so etwa ziemlich in Ordnung bis sehr cool, und die Lerntechniken sind durchdacht und wirklich gut angewandt. Die Übungen machen in den Klassen auch immer sehr Spass, wahrscheinlich weil es halt wirklich ein Üben ist… Und ja, die Klasse ist auch voll in Ordnung. Je länger je mehr natürlich: ich war nämlich der einzige Neue, der in diese Klasse kam. Dafür sehe ich einige Neue in den SPIN und Lecture-Lektionen, wo es ganz andere Klassen gibt, und all die anderen Bekannten entweder am Mittag oder sonst in den Pausen. So viel zur Schule… ;)

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