Greeeen 2

Claude 25. Juli 2008

(Fortsetzung von Woche #4: 多倫多華埠)

Und so traf man sich am nächsten Tag für den Naturtrip wieder, as always ziemlich zu spät, und naja, das Geld musste ja auch noch kurz herausgelassen werden und das Backpackers-Hotel, bei dem der Treffpunkt war, wollte ebenfalls noch kurz gebucht werden. Chris hiess der Guide, der das diesmal verkraften musste, und er tat dies anscheinend recht gut. Als einer der wenigen besseren Schweiz-Kenner (er war diesen Frühling in Zürich/Winterthur) ist er sehr sympatisch auf uns beiden Schweizer und die anderen 2 Teilnehmer eingegangen. Beispielsweise schien für den Rest der Welt in unserer Diskussion über Nationaltiere das Murmeltier unbekannt zu sein. So bekam es kurzerhand den englischen Namen «Swozilla» und wurde als gefährlicher Nager eingestuft, der Menschen umbringt und darum die Schweizer immer mit dem Swiss Army Knife umherlaufen. Und ich werde in ein paar Jahren mit meiner «CCCM»-Restaurant-Kette («Claude’s Cookies and Chocolate Milk») der «Tim Hortons»-Kette harte Konkurrenz machen. Anscheinend habe ich die Leute mit meinem Cookies- und 2L/Tag Chocolate Milk-Konsum geschockt… Amy (*headshaking*): «I’ve never seen someone like youu….»

Diese Amy aus Mid-Wales und Seon Sil Bae («Schil») von Südkorea waren die anderen beiden Teilnehmer neben Lukas und mir; Amy war noch weniger verständlich als Adie aus Südenglang vom letztwöchigen Trip, und Sil, naja, völlig ohne Englischkenntnisse nach Toronto in die Sprachschule gereist und nun 2 Monate hier - ..mehr asiatisch als Englisch sprechend ;) Aber auf jeden Fall eine coole Truppe, und so wurde auch das Weekend wieder ein riesiges Erlebnis: Am Freitag starteten wir unsere Reise in die Jugendherberge «Esprit» in Fort Coulonge, mit verschiedenen «life changing» Stops unterwegs: Im «Big Apple» (Colborne, ON), wo man ziemlich genau alles aus Äpfeln bekommt… Apple Pies in diversen Varianten, Apple Chips, Caramel Apples usw. Und - ein riesiges Apfel-Gebäude: Eben der Big Apple. Es war natürlich Lebensverändernd. Ich liebte nun auch Apple Pies (und war scheinbar der erste, der einen ganzen Apple Pie aufs Mal ass). Übrigens, apropos gefährlichen Swozillas: Der Big Apple-Gründer muss besessen gewesen sein von «Monty Python and the Holy Grail» - zahlreiche Warnschilder warnen vor gefährlichen, tödlich beissenden Kaninchen!

Der nächste Stop wurde als grooosse Überraschung angekündigt - of course life changing as well. Und das wars auch: Wir konnten vor dem «Home Hardware» in Napanee ein Gruppenfoto machen. Das spannende daran? DAS WAR DER ERSTE ARBEITSORT VON AVRIL LAVIGNE!!! Wow… Da war der 3. Stop in der grossartigen Natur des kleinen «Bon Echo Provincial Parks» nichts dagegen ;)

Angekommen konnten wir die Jugendherberge bewundern, das Zimmer beschlagnahmen und uns Kayaks schnappen - und auf die Doppelpaddels warten. Auf jeden Fall konnten wir auf dem scheinbaren See (es war der Ottawa River!) wunderbar hinundherkayaken und vereinzelt ungewollte Kreischen drehen… ;)

Am Samstag gings dann richtig los. Der Trip nannte sich nicht nur Natur-Trip, der Haupttitel war «Adventure Trip» und beinhaltete als Haupt-Aktion Riverrafting auf dem Ottawa-River. Nach dem prächtigen kanadischen Z’Morgenbuffet gings mit den ungefähr 100 anderen Teilnehmern in den 3 ehemaligen Schulbussen (knallgelb natürlich :)) mit je 4 Schlauchbooten an die Einstiegsstelle. Es gab Instruktionen des aufgeweckten argentinischen Guide, der es schaffte durch den ganzen Bus gehört zu werden. Er instruierte uns, was man zu tun hat, falls man aus dem Boot fällt, was die 4 goldenen Regeln des Riverraftings sind, und schlussendlich was wir beim nachher erhaltenen Vertrag ankreuzen und abschreiben mussten, damit dann jaa überhaupt keine Möglichkeit mehr besteht, die Riverrafting-Firma anzuklagen.

Das Rafting war dann aber grossartig, mit 8 Teilnehmern und einem Guide (Lucy, die kleine, unauffälligere Frau, die es sich zum Job gemacht hat den ganzen Tag Ruderbefehle an ihr Team zu schreien…) im Boot gingen wir auf dem riesigen Ottawa River durch die verschiedensten Hinernisse und Stromschnellen («rapids»). Der sogenannte Channel, also Flusslauf, den wir hinunterpaddelten, hatte schon normale Flussgrösse. Es hiess dann aber, er habe gerade mal 15% der Wassermasse des Ottawa Rivers. Wow. Nach dem Lunch noch einen zweiten Channel, diesmal hatte er 25% des gesamten Flussvolumenstroms. Einmalige Sache: Der 5 Meter Wasserfall (abgestuft ;)), die «Kolosseum»-Wellen, die grosse Rafts senkrecht stellten, und eine unglaublich kraftvoll schreiende Lucy hinten im Boot — «Go doooown and hold ooon!»…

Trotz Sonnenbrand und Chris’ Schwur, dass wir nach dem Rafting nichts anderes mehr als chillen wollen, hatten wir nachher noch Lust auf eine Runde Kayaking im — jaa — Ottawa River. Aber das beste am Samstag: Der Sonnenuntergang. Jetzt weiss ich, wo die unglaublichen Sonnenuntergang-Fotos immer herkommen ;)

Sonntag war auch schon wieder Abreisetag, es ging nochmals bei verschiedenen Attraktionen vorbei, so hatte ich zum Beispiel ein déjà vu, als wir wieder im «Algonquin Park Visitors Centre» oder bei dem einen Wasserfall standen. Übrigens jede Attraktion natürlich wieder neu «life changing» (ob zum Guten oder Bösen, lassen wir Luki entscheiden ;)). Und: «Algonquin Park. It’ yours to discover!»..Was haben wir doch gelacht über diesen running Gag aus dem märchenhaft schööönen ;) Film im Visitors Centre…

Aber auf jeden Fall wurde eines klar auf dem Trip: Da muss ich wieder hin! Am besten für 2 Monate, einzig mit Kayak, Zelt und ein wenig Essen. Und ein paar der 15′000km Kanurouten abpaddeln. Kanada, du wirst mich nicht los!

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