Greeeen
Claude 21. Juli 2008
Träume sind zum träumen da — und manchmal, wenn man Glück hat, auch zum erfüllen. Ich hatte Glück, und durfte mit dem Travel Network «Moose» («Elch») vor einer Woche und auch diese Woche das Wochenende im grünen Kanada verbringen. Und die Träume von vor dem Kanada-Trip blieben wirklich nicht nur Träume. Was man hier sehen kann, muss man am besten einfach selbst erleben.
Mal abgesehen vom verschlafen und schnell-packen, Taxi-rufen und zum Treffpunkt stressen, begann das Weekend ja eigentlich gemütlich. Brian hiess der Guide, der uns ganz gut mit dem Moose-Bus (13-Plätzer oder so) durch die Highways von Toronto und dann ins Grüne fuhr. Er war nicht zu schlagen in Menschlich- und Gemütlichkeit, und seine Stimme weckte uns immer zuverlässig angenehm. Auch die Teilnehmer waren richtig cool, wenn sie denn mal nicht am schlafen waren ;) Adie (der Bärenkämpfer ;)) von Grossbritannien, 2 waschechte Mallorcanerinnen, und ein Türke und eine unübertreffbare Türkin und der halbjapanische «Iu-kii» aus Deutschland. Und Dave und ich. Die beiden Insel-Nixen redeten immer Spanisch — ach, nein.. Katalanisch, wie sie insistierten — und gingen tatsächlich bei keiner der 3?, 4? Badegelegenheiten ins Wasser… Warum, werden wir wohl nie erfahren (doch das trübe, oder noch eher kalte Wasser? Nein, muss das nasse Wasser gewesen sein!), und so sollte auch Adies letzter Wunsch (bevor er verschollen sein wird ;)), die beiden im Bikini zu sehen, nicht in Erfüllung gehen. Und der Türke hatte mit seiner Kollegin (oder so… die beiden hatten sich zu Beginn beide betont als Single vorgestellt…) eine perfekte Dolmetscherin und hat so während dem ganzen Weekend wohl etwa 1 Satz Englisch geredet, nämlich dass er eben nicht so gut Englisch kann.
Eine lustige Truppe also, und die Lustigkeit ging auch überhaupt nicht verloren. Einmal in Madawaska (die Moose-Unterkunft im gleichnamigen Dorf) angekommen, sollte es gleich mal ins Wasser gehen (welche Personen ausgenommen sind, dürfte klar sein). Der See sei nicht zu verfehlen. Wenn wir downtown sind, gehe es einfach links. «Downtown» heisst in Madawaska: beim Tankstellenshop am Highway, und das «links» endete eigentlich bei der Dorfsbibliothek (mit gratis WLAN!!!), aber moosig wie wir waren, fanden wir durch das kanadische Dickicht dann auch da den See (und eine wunderschöne…Teer-Abfall-Bucht). Um die Ecke schwimmend sahen wir aber schlussendlich auch noch den Platz, an dem wir hätten sein sollen…
Brian und Brian (der gitarrenspielende und der besser gitarrenspielende, oder mehr: der grosse und der kleine, aber eigentlich: der Trip-Guide und der Unterkunftbetreuer) und eine weitere Unterkunftwartin zauberten (nach dem genialen, alles in Kanada gegessene schlagenden Essen) ein geniales Lagerfeuer und eine Marshmallow-Brätel-Fabrik neben das Haus, und so verging ein «Abend des vollen Bauches»… Der Bauch bekam bei dem Zmorgen am anderen Tag aber ebensowenig eine Pause, die Pancakes waren nämlich Toastsandwich-dick und teller- und magenfüllend…
So liess es sich dann sehr gut auf eine herrliche Kanufahrt auf dem nächsten See gehen, die vorbei an den Bilderbuchwäldern und dem Bilderbuchschilf in ein Bilderbuchflüsschen überging, zu Bilderbuchufern und einem Bilderbuchwasserfall. Am besten sprechen da einfach die Bilder davon, oder eben ein eigener Besuch ;) Auf jeden Fall endete die Fahrt beim letzten Bilderbuch-Ding, dem Wasserfall, in dessen unteren Teil es zur unerwartesten Aktion des Tages kam: Auf einem Gummischlauch den unteren Teil hinunterrutschen! …die Bilder sagens ;) Auf jeden Fall ging Adie einmal absichtlich, das erste Mal aber unabsichtlich auf seinem Hintern anstatt dem Ring hinunter, und Iuki tat es ihm (ebenfalls unabsichtlich) gleich…
Am Nachmittag ging es in den Algonquin Provincial Park, wo wir im Visitor Centre einen 12minütigen Film über die Geschichte des Parkes und eine sehr schön gestaltete Tierausstellung anschauen konnten. Kurz darauf war da aber ca. 100 Meter entfernt vom Highway — und 50 Zuschauern — auch noch ein nicht ausgestopfter Moose zu sehen. Thanks to Dave gibt’s davon auch noch ein Telezoom-Foto… Schlussendlich dann noch ein kurzer Hike zu einem Aussichtspunkt, von dem ich (stolzerweise) für einmal nur 3 Fotos machte.
Abends — man glaubt es nicht ;) — ein even more delicous Marshmallow-roasting mit Brians und Brians Geheimrezept (Jungschi-Leutz dürfen sich freuen!). Und mit Verstärkung beim Essen — eine zweite Moose-«gruppe» mit nur noch einer einzigen Teilnehmerin fand sich ebenfalls im Haus ein. Achja, das Haus ist übrigens so etwas von liebevoll — eine geniale «Stube» mit modernem Plattenspieler und jeglichen 60er-Schallplatten (ich weiss nun dank Brian sogar, wie man die Dinger abspielt ;)), einer hauseigenen Bar und unzähligen Spielsachen vor dem Haus: zum Beispiel einem Basket-, Fuss-, Volley-, Rugby- und Baseball-Ball, sowie unsere Base-Kissen für das improvisierte Baseball-Game mit türkisch-irisch-schweizerischen Regeln sowie Ball-im-hohen-Gras-suchen und dementsprechend vielen Homeruns…
Am Sonntag nahmen wir dann schon am Morgen Abschied von Madawaska und Adie, der am Morgen schonmal alle Passwörter vom PC löschte und den Facebook-Status auf «tot» setzte, um dann einzig mit Kanu, Zelt und Kochzeug allein und ohne Plan auf einen 2-Tages-Trip ins Wilde ging. Er scheint also zurückgekommen sein, nach ersten Mailkonversationen hat er auch keine Bären, sondern lediglich einen Frosch im Zelt und eine Schlange angetroffen, und so dürfen wir nun auf Facebook seine Freunde sein…
Auf viel Busfahren, eine perfekte Unterkunft und perfektes Essen, und eine vollkommene Natur auf der Kanufahrt dürfen wir nun zurückschauen — Es war laut Dave lohnenswerter als alle anderen Trips wie French Canada und sogar New York. Und ich stimme zu…uund träume mal weiter ;)
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