Claude 14. Juli 2008
Woche 2 ist ja auch schon ein wenig länger Geschichte, darum hier ein Post über mein Programm und einige Erlebnisse… :)
Als ich am Montag Morgen aufwachte, war ich nicht etwa in Toronto, sondern ein wenig Nordöstlicher: Im Hôtel Québec, an der Avenue des Hôtels, in Québec natürlich. Ich war auf dem Trip ins französisch-sprechende Kanada und wir hatten schon 2 Tage in Ottawa und Montréal verbracht. Nun also in Québec, niemand wollte beim ersten Weckerläuten schon aufstehen, aber man musste, weil man sich gemolden hatte für ein köstliches petit(?!)-déjeuner in einem 10 Carminuten entfernten Hotel. Petit war’s überhaupt nicht, wie das erste Bild zeigt: Das war der Teller mit der ersten Ladung von Daves z’Morge. Weiter gings dann mit einem Drop-Off und freien Stunden in Québecs Altstadt, einem chilligen Abend mit Glacé, einem neuen müden Morgen, einer Schiff-Rundfahrt auf dem 1000-Islands-Lake (ich will da eine!) und der Heimfahrt.
Und schon war 1. Juli, Nationalfeiertag, und wir waren genau zur richtigen Zeit in Toronto angekommen, um zu erfahren, wo das Feuerwerk stattfindet, und auch, dass niemand weiss, wann. Wir vermuteten, wir seien etwa auf halbem Weg, als wir uns bei den vielen Leuten am Hafen niedersetzten, um von da aus das Feuerwerk zu geniessen. Zwar wusste auch niemand, in welcher Richtung es sein wird, aber man kann ja trotzdem schonmal Kamera und Stativ bereitmachen. Und die vereinzelt stehenden Leute fragen, ob es ihnen allenfalls vielleicht etwas ausmachen würde sich zu setzen, dann würden nämlich auch die in der zweiten Reihe etwas sehen. Als dann das Feuerwerk nach einiger Zeit begann, war es für mein 50mm-Objektiv doch noch eeeetwas weit weg, das heisst, wir waren vielleicht nach einem Fünftel der Strecke, die wir hätten gehen müssen, schon abgesessen. Dementsprechend klein war es also nur zu sehen. Und auch seeehr enttäuschend klein in Hinblick auf Länge und Dichte war es für unsere Schweizer Massstäbe…! Aber auf jeden Fall gab’s eine herzhaft coole Aktion neben dem Feuerwerk. Man stelle sich eine lange Hafenpromenade vor mit Leuten, die direkt am Wasser sitzen und Leute, die 2 Meter dahinter auf den Sitzsteinen hocken. Und eine einzige Frau, die in der vorderen Reihe für etwa 20 Personen vor dem Feuerwerk steht. Als sie nach mehrmaligen Bitten noch nicht absass, danach schon ausgebuht wurde und noch immer nicht Anstalten machte abzusitzen, kam ein Mann aus der hinteren Reihe und hielt ihr kurzerhand einen Pullover vors Gesicht. Er kassierte Applaus und die Frau Gelächter. Aber abgesessen? Ist sie nicht… Sie fing mit ihm an zu streiten und ging dann einfach ein wenig frühzeitig weg vom Hafen, nachdem sie einige weitere Minuten lang dastand… Übrigens zu sehen auf dem einen Bild ;)
Also ein mehr oder weniger lahmer 1. Juli für uns (lediglich die paar Jugendlichen mit den Wunderkerzen gingen wirklich ab! ;)), aber nichtsdestotrotz geht die Woche auch am 2. Juli weiter, nun endlich auch wieder einmal mit Schule… Und am Abend mit einer verrückten Party: Sie fand nämlich schwimmend statt. Die Studenten-Aktivitäten-Organisatoren von ISX bieten sogenannte Boat-cruise Partys an, und so kann man das Tanzen auch mal auf einer schwankenden Ebene versuchen…
Donnerstag: Zuerst chillen in den Pärken Torontos..Mit mehr oder weniger Aufgaben-machen… Aber dann wurden wir Zeugen eines ganz ungewohnten Phänomens: Ziemlich nahe bei der Schule, an der Queen Street, wurden schon am Morgen eine Fernsehbühne und Kamerakräne aufgebaut, und am Abend vorher(!!) sassen anscheinend schon die ersten Frauen in der Schlange… Boygroup-Fanatismus pur hat sich da abgspielt: Für einen Fernseh-Auftritt (eine Awardverleihung? keine Ahnung…) der «Jonas Brothers» haben die jungen Frauen und Mädchen unter einer Plastiksack-Galerie (wegen des Regens am Abend) eine Nacht und einen Tag totgeschlagen, um einen «guten» Platz zu haben, bzw. möglichst nah an den drei scheinbar berühmten jungen Musikern zu sein. Viele der Fans sah man mit selbergemachten Schildern, auf einigen standen Dinge wie «I came all the way from Australia to see you!» — und ein Schild, am frühen Nachmittag noch weit vorne in der Warteschlange, fand ich während dem Act weit hinten im Getümmel wieder. Anyway…kurz: Sachen gibt’s…
Auf jeden Fall fühlten wir uns nach ein paar Minuten fotografieren ein wenig fehl am Platz, als einzige Männer unter den Zuschauern, also gingen wir weiter zum eigentlichen Ziel: Zur Verabschiedung von Mariano gingen wir für den Sonnenuntergang auf den CN-Tower, und erlebten da wirklich umwerfende Momente. Nur wollten sie uns nach 22 Uhr nichts mehr zu essen geben, darum wechselten wir ein paar hundert Meter nach unten in eines der legendären HardRock-Cafes. Nicht nur die Cafe-Kette ist legendär, sondern auch dieser eine Ableger hätte dieses Prädikat sehr verdient: Wir durften uns mitten im Rogers Centre (ja richtig, das Baseball und Football-Stadion) an einen Tisch setzen mit Blick auf das soeben zu Ende gegangene Football-Spiel. Und die Bilder sagen’s: Scheinbar dürfen die Zuschauer nach dem Spiel auf den Rasen und, wie Dave gut bemerkte, Fotos mit den Cheerleadern schiessen…. ;)
Der Freitag war dann eigentlich ganz normal..bis auf den Abend natürlich, da war ich mit Julia, der auch schonmal erwähnten Koreanischen Russin, und Giovanna, der Italienerin, am See und später noch bei der EF-Studenten-Residenz, wo wir vermeintlich Freunde treffen würden. Da waren zwar Leute, aber nicht unbedingt die gesuchten. Aber auf jeden Fall konnte sie mich, und ich 2 andere Schweizer, davon überzeugen, mit ihr in «Canada’s Wonderland» zu gehen. Somit sind wir auch schon beim Samstag: Das ganze war nämlich spontan für den nächsten Morgen geplant, und als wir dann auch schon ganze 50 Minuten nach der abgemachten Zeit komplett waren, gings mit der langsamsten vorstellbaren Busverbindung in Richtung Wonderland, und prompt hatte ich natürlich noch mein Handy verloren (JA, ich bin somit für den Rest hier nicht per Handy erreichbar…). Aber als wir drin waren, hätte es nicht besser sein können. Es ist ungefähr wie ein Europapark mit viel mehr «guten» Achterbahnen ;)
Und Sonntag — Sonntag war ein richtiger Schweizer Sonntag, nichts richtiges getan ausser ausgeschlafen (war nötig!) und einige Mails beantwortet und am Blog gewerkelt (war sehr nötig!). Und dann ab in die erste Woche nach der Mitte… ;)
…Fotos:
French Canada Part 2 - Québec
July 1st
So sieht Toronto in der 2. Woche aus
Blick vom CN-Tower
Freitag & Samstag