«Bigtown»

Claude 27. Juni 2008

Yeah, Toronto is really a Grossstadt. Paar Beispiele? OK, beginnen wir chronologisch… Ich sass im Flugzeug, mein Monitor war leider :( schon ausgeschaltet worden, aber er hätte mir angezeigt, dass es zur Landung noch ungefähr eine Minute dauert… Das heisst, Toronto in Sicht, plötzlich ein «Look, there’s the tower!!» — allgemeines Kopfdrehen — und dann war da nicht nur der Tower im weiten Dunstmeer, es war auch eine endlose Stadt unter uns und — ein Flughafen. Wir flogen darüber hinweg und die Frau aus Calgary neben mir, die in Toronto immer nur zwischenlandet, erklärte, wir würden wohl kurz drehen und den Flughafen von einer anderen Seite anfliegen. Dem war nicht ganz so, das Flugzeug flog und sank weiter und weiter ohne zurückzudrehen, und war plötzlich am landen — und zwar einfach am nächsten Flughafen… (der Pilot hätte mich auch noch weiter verarschen können, indem er noch den dritten Flughafen Torontos aus Spass überflogen hätte ;)). Ja, 3 Flughäfen, so weit ich weiss. Das haben wir in der Schweiz auch..im gesamten ;)

Des weiteren ist die Riesigkeit der Stadt wohl nicht übersehbar, wenn man mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist: Meine Gastfamilie wohnt ja eiigentlich nicht so weit vom Zentrum entfernt (vielleicht zwar auch nur, weil das Zentrum so gross ist? ;)), aber der Schulweg dauert trotzdem gut 50 Minuten (ich habe ihn übrigens mal bei Google Maps eingezeichnet:)

Größere Kartenansicht

Der Weg sieht so aus, dass ich zur Busstation muss, den Bus bis zur nächsten Subway-Station nehme und ins Zentrum fahre, von da muss ich dann den sogenannten «Streetcar», eine Strassenbahn, nehmen und gehe dann das letzte kleine Stückchen noch zu Fuss. Und was dabei ausser der Reisezeit nochmals von einer Grossstadt zeugt sind die Menschenmassen. Zu jeder Tageszeit, auch spätabends unter der Woche, steht man auf den Streckenabschnitten nahe des Zentrums im Bus oder dem Subway. Besonders im Streetcar, da muss am Morgen oftmals auf den nächsten gewartet werden. Aber mehr zum öffentlichen Verkehr später ;)

Grossstädte zeigen sich auch ziemlich deutlich an den prächtigen und den miserablen Dingen. So wird in Toronto die menschliche Vielfalt hochgepriesen («Diversity our Strength» ist der Slogan der Stadt), aber genauso ist auch die soziale Vielfalt gross: Es gibt die schöne Seite der Stadt, all die Touristenattraktionen und schönen Wolkenkratzer, aber es gibt auch an der grössten Einkaufsstrasse Abschnitte, wo die Häuser im Vordergrund einen riesigen Kontrast bilden zum CN-Tower, der hintendran hervorschaut. Es gibt zwischendrin richtig heruntergekommene Quartiere und einzelne Gassen, und zwei Querstrassen weiter wieder die grossen Firmenhochhäuser. Und natürlich gibt es auch Bettler, die meistens still mit einem kleinen Plakat in den Händen dasitzen, sie seien «homeless» und bräuchten nur ein wenig Essen oder «some Coins».

Ach und — sag den Leuten ja nie, dass du aus einer «Stadt» mit 15’000 Einwohnern kommst. Sei froh, wenn sie mit der Beschreibung «near Zurich» (bei Japanern: «near Lucerne»…) etwas anfangen können. Dann wissen sie auch automatisch, dass das alles nicht so gross ist ;)

Mmmhh.. Toronto — big big town…

2 Reaktionen zu “«Bigtown»”

  1. Beatam 5. Juli 2008 um 02:07 Uhr

    Und, wie ist dein Orientierungsvermögen in einer Grossstadt? Merkst du dir einfach Busstationen, Ankunftszeiten oder hast du bereits ein Gefühl für die Himmelsrichtungen und Vergleichsdistanzen? Oder kommt es vor, dass du in den Süden marschierst und dann im Norden landest ….????

    Beat

  2. Claudeam 6. Juli 2008 um 21:47 Uhr

    Hallo Beat!

    Es ist nicht allzu schwierig (manchmal….), finde ich. Es gibt ein sehr übersichtliches Subway(Metro)-Netz und viele Streetcars und Busse. Da findet man immer etwas passendes. Und sonst sind da immer viele Leute, die man fragen kann.
    Aber es kommt durchaus vor, dass ich Strassen verwechsle und falsch laufe, oder laaange einen Busfahrplan und dessen Strecke und Stationen anschauen muss, um daraus schliessen zu können, dass er mir meistens eben doch nichts nützt ;) Beispiel von gestern Abend, als ich aus “Canada’s Wonderland” zurückkommen sollte: Ich war an einer Subway-Station ausgestiegen, von der ich auf dem ÖV-Plan sah, dass sie Busverbindungen zu meiner Strasse hatte: Buslinie Nr. 32+ sollte westwärts bei mir in der Nähe vorbeikommen. Ich hatte dann zuerst die richtige Seite des grossen Terminals finden müssen, um bei den West-Bussen zu landen, dann gab es von der Linie 32 genau 5 verschiedene Varianten (das war, was das “+” hinter “32″ bedeutete…). 32D wäre direkt an den richtigen Ort gefahren, 32C geht auch, kehrt aber zuerst noch in irgendeinem Quartier, 32B und A fahren nur Werktags oder dann halbe Strecke, und dann gibts noch den 32er Nachtbus, der möglicherweise zu Wonderland-Heimkehrzeiten schon fahren müsste…? Dann muss man beim Fahrplan zuerst noch merken, dass FS “Frequent Service” heisst und bedeutet, dass alle “10 Minutes or Less” ein Bus fährt und darum die Zeiten im Fahrplan nicht aufgelistet werden (also nicht etwa, weil keiner fahren würde). Das ist hier überhaupt ein interessantes Phänomen: Man braucht keinen Fahrplan, es fährt einfach immer ein Bus oder eine Subway, und ist einem der erste Streetcar zu voll (ist er nur, wenn man wirklich nicht mehr reinpasst), kommt in ein paar Minuten halt der nächste. Einzige Ausnahme: Um 12.45 p.m. ist Schluss. In vielen Teilen der GTA, Greater Toronto Area, fährt ab dann kein Bus mehr in die Quartiere. Wiederum ausgenommen davon sind da lediglich die 24h(!)-Linien….

    Aber wie gesagt, merkt man sich mal alle benötigten Stationen und hat man immer einen Plan dabei, geht das gut. Schade nur, dass man dann all Woche einen neuen braucht, weil er in der Hose und vom vielen Brauchen schon nach ein paar Tagen zum Aussehen einer 30jährige Landkarte kommt ;)

    Ich denke, es ist bald ein Eintrag über den öffentlichen Verkehr fällig. Einiges von diesem Kommentar wird man dann da wieder finden können ;)

    Liebe Grüsse
    Claude

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